my pronouns are

Das Interdisziplinäre Transgender Versorgungscentrum


Trans Menschen suchen aus verschiedenen Gründen eine Behandlung auf. Manche wünschen sich psychotherapeutische Begleitung während der Transition. Andere möchten eine Hormontherapie oder chirurgische Eingriffe. Andere sind sich unsicher und stehen mit ihren Überlegungen erst am Anfang. Gleiches gilt auch für Menschen, die sich als non-binär oder agender, genderqueer oder oder gender-divers verstehen.

Mehr über den Begriff Trans findet sich hier .

Das Transgender-Centrum am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) bietet eine Vielfalt von Behandlungen, die im Rahmen einer Geschlechtsangleichung, auch Transition genannt, in Anspruch genommen werden können (u.a. Psychotherapeutische Begleitbehandlung, inkl. Indikationsstellungen – Hormonbehandlungen – chirurgische Eingriffe). Dies beinhaltet neben unmittelbar geschlechtsangleichenden bzw. transitionsunterstützenden Maßnahmen auch Korrekturen nach Operationen, die an anderen Kliniken durchgeführt wurden, sowie Behandlungen aus dem Bereich der allgemeinen Gesundheitsversorgung.

Das Transgender Versorgungscentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ist die deutschlandweit erste Einrichtung zur interdisziplinären Versorgung von trans Personen. Durch die interdisziplinäre Ausrichtung des Centrums ist es möglich, nahezu alle Behandlungen, die für eine Geschlechtsangleichung bzw. Transition wichtig sein können, am UKE durchzuführen. Gegründet wurde das Interdisziplinäre Transgender Versorgungscentrum Hamburg (ITHCCH) im Jahr 2013. Es ist vergleichbar mit anderen Zentren in Europa (u. a. in Amsterdam und in Gent).

Die Behandlungen erfolgen bedarfs- und fachgerecht. Konkret bedeutet das: Welche der Maßnahmen tatsächlich in Anspruch genommen werden, hängt von den individuellen Bedarfen der Behandlungssuchenden sowie von der medizinischen Indikation ab. Die jeweils notwendigen Behandlungen werden im Gespräch flexibel und individuell aufeinander abgestimmt. Das UKE Transgender-Centrum folgt damit den Empfehlungen der AWMF-S3-Leitlinie , den Standards of Care der WPATH sowie einer Stellungnahme des Weltärztebundes .

Das Behandlungsangebot steht sowohl für Menschen offen, die sich als (trans) Frau oder (trans) Mann verstehen als auch für jene, die sich in dem breiten Spektrum von Geschlecht anders verorten (trans*, transgender, transident, non-binär, gender-divers, genderqueer, agender , etc.). Menschen, die im Zusammenhang mit einer De-Transition Behandlung suchen, können das Behandlungsangebot des UKE ebenfalls in Anspruch nehmen. Alle transitionsbezogenen Fragen können Sie mit unserem Team klären. Das können Fragen sein wie: Will ich mich outen? Wie kann ich mein individuelles Geschlecht leben? Welche Behandlungen sind für mich passend? Wer bietet was an und wie erhalte ich die Kostenübernahme der Krankenversicherung für die gewünschte Maßnahme?



Kontakt zur Erstanmeldung:


+49 (0) 40 7410 - 52225

Kontaktformular Spezialambulanz

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Zurück
  • B
  • C
  • F
  • G
  • M
  • N
  • S
  • T
Vor
  • Hormone, die strukturell identisch mit jenen sind, die im menschlichen Körper gefunden werden. Die Hormone, die in der bioidentischen Hormontherapie (BHT) verwendet werden, werden gewöhnlich aus pflanzlichen Stoffen gewonnen und sind strukturell den endogenen menschlichen Hormonen ähnlich, müssen aber industriell verarbeitet werden, um bioidentisch zu werden.

  • Hormone, die verarbeitet, gemischt, zusammengestellt, verpackt und beschriftet von einem Apotheker nach Angaben eines Arztes speziell für einen Patienten hergestellt werden. Es ist unmöglich, für jedes zusammengestellte Produkt, das für einzelne Verbraucher hergestellt wird, eine Genehmigung der Gesundheitsbehörde für Arzneimittel einzuholen.

  • Das Tragen von Kleidung und die Annahme einer Geschlechtsrolle, die in einer bestimmten Kultur eher dem anderen Geschlecht entspricht.

  • Adjektiv, um Menschen zu beschreiben, die bei Geburt dem weiblichen Geschlecht zugewiesen wurden und ihren Körper in einen männlicheren Körper und/oder ihre Geschlechtsrolle von der zugewiesenen weiblichen in eine männliche Geschlechtsrolle wechseln oder schon gewechselt haben.

  • Der Begriff der Geschlechtsrolle bezeichnetdie Gesamtheit der kulturelltypischerweise erwarteten, alsangemessen betrachteten und zugeschriebenenFähigkeiten, Interessen,Einstellungen und Verhaltensweisender jeweiligen Geschlechtsform.Diese Stereotype unterliegen einemWandel innerhalb der sowie zwischenden Kulturen.

  • Das Geschlechtsrollenverhalten beschreibtdie öffentliche Manifestationder Geschlechtsidentität einerPerson in einem bestimmten Rollenverhalten.Es beinhaltet alles,was eine Person sagt oder tut, umanderen und/oder sich selbst zu demonstrieren,in welchem Ausmaßsie sich einer Geschlechtsformzugehörigerlebt. Allerdings kann das Geschlechtsrollenverhaltenauch vondem Geschlechtsidentitätserlebenabweichen.

  • Das intrinsische Gefühl eines Menschen, männlich (einJunge oder Mann), weiblich (ein Mädchen oder eine Frau) oder ein anderes Geschlechtzu sein (z. B. Jungenmädchen, Mädchenjunge, Transgender, Eunuch;Bockting, 1999; Stoller, 1964).

  • Bezogen auf körperliche Geschlechtsmerkmalewerden verschiedeneBereiche unterschieden:

    • genetische Veranlagung(Chromosomensatz)
    • Gonaden (Keimdrüsen)
    • endokrines System(v.a. Sexualhormone)
    • innere Genitalstruktur(gonoduktale Organe)
    • äußere Genitalstruktur
    • sekundäre Geschlechtsmerkmale(Stimme, Körper- und Gesichtsbehaarungetc.)
    • Gehirnstrukturen und-funktionen
    • Körperbau

    Nach aktuellem Wissensstand undden gegenwärtig vorhandenenMessmethoden sind diese Bereichebei transsexuellen Menschen in derRegel kongruent zueinander, d. h.eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen.

  • Identitätsbezeichnung, die von Menschen verwendet wird, deren Geschlechtsidentität und/oder Geschlechtsrolle nicht dem binären Verständnis von Geschlecht entspricht, das sich auf die Kategorien »Mann oder Frau«, »männlich oder weiblich« beschränkt.

  • Adjektiv, um Menschen zu beschreiben, deren Geschlechtsidentität,Geschlechtsrolle oder Ausdruck der Geschlechtlichkeit sichvon dem unterscheidet, was für das zugewiesene Geschlecht in einer bestimmtenKultur und historischen Epoche der Norm entspricht.

  • Ausdruck der Persönlichkeitscharakteristiken, Erscheinungund Verhalten, die in einer bestimmten Kultur und historischen Epoche alsmännlich oder weiblich angesehen werden (das heißt eher der männlichenoder der weiblichen Geschlechtsrolle entsprechen; Ruble, Martin & Berenbaum,2006). Während die meisten Menschen sich gesellschaftlich in eindeutig männlichen oder weiblichen Geschlechtsrollen zeigen, treten einige Menschenin alternativen Geschlechtsrollen auf wie genderqueer oder transgender. AlleMenschen tragen auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Maßemännliche und weibliche Charakteristika in ihrem Ausdruck von Geschlechtlichkeitin sich (Bockting, 2008).

  • Diagnose aus dem DSM-IV-TR (American PsychiatricAssociation, 2000). Die Geschlechtsidentitätsstörung ist gekennzeichnetdurch eine starke und anhaltende Cross-Gender-Identifikation und ein permanentesUnbehagen mit dem zugewiesenen Geschlecht oder das Gefühl, in dieGeschlechtsrolle dieses Geschlechts nicht hineinzupassen. Sie verursacht klinischein erhebliches Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichenoder anderen wichtigen Lebensbereichen.

  • Leiden, das durch die Diskrepanz zwischen der Geschlechtsidentitäteines Menschen und dem ihm bei Geburt zugewiesenen Geschlecht(und der damit verbundenen Geschlechtsrolle und/oder sekundärenGeschlechtsmerkmale) verursacht wird (Fisk, 1974; Knudson, De Cuypere &Bockting, 2010b).

  • Eine Operation zur Veränderung der primären und/oder sekundären Geschlechtsmerkmale zur Bekräftigung der Geschlechtsidentität eines Menschen. Die geschlechtsanpassende Operation kann eine wichtige, medizinisch notwendige Intervention im Rahmen der Behandlung der Geschlechtsdysphorie sein.

  • Das körperliche Geschlecht wird bei Geburt als männlich oderweiblich in der Regel anhand des Erscheinungsbildes der äußeren Genitalienzugewiesen. Bei uneindeutigem Genitale werden andere Geschlechtskomponentenuntersucht (innere Genitalien, Chromosomen- und hormonales Geschlecht),um ein Geschlecht zuzuweisen (Grumbach, Hughes & Conte, 2003;MacLaughlin & Donahoe, 2004; Money & Ehrhardt, 1972; Vilain, 2000). Beiden meisten Menschen stimmen Geschlechtsidentität und Ausdruck der Geschlechtlichkeit mit dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht überein; beitranssexuellen, transgender und geschlechtsnichtkonformen Menschen unterscheidetsich die Geschlechtsidentität oder der Ausdruck der Geschlechtlichkeitvon dem Geschlecht, das bei Geburt zugewiesen wurde.

  • Adjektiv, um Menschen zu beschreiben, denen bei Geburtdas männliche Geschlecht zugewiesen wurde und die ihren Körper zu einemweiblicheren Körper oder von der zugewiesenen männlichen Geschlechtsrollezu einer weiblichen Geschlechtsrolle wechseln oder schon gewechselt haben.

  • Hormone, die aus natürlichen Quellen wie Pflanzen oderTieren gewonnen werden. Natürliche Hormone können, müssen aber nicht bioidentischsein.

  • Die sexuelle Identität beschreibt das subjektive Erleben einer Person als hetero-, homo-, bi-, pan- oder asexuell. (Als pansexuell definierensich u. a. Menschen, für die das Geschlecht ihrer Sexualpartner kaum eine Rolle spielt. Als asexuell definierensich u. a. Menschen, die kein Interesse an sexuellen Kontakten verspüren.)

    Die sexuelle Identität beinhaltet sowohl die sexuelle Präferenz, die sich auf das Objekt bezieht, durch das eine Person (das Subjekt) sexuell erregt wird, als auch die sexuelle Orientierung. Letztere kann gynäphil (auf Frauen bezogen) und androphil (auf Männer bezogen), auf beide, aber auch auf Personen mit Transsexualität sowie mit geschlechtsuneindeutigen Körpern gerichtet sein. Meist stimmen die verschiedenen Facetten der sexuellen Identität überein. Sie können jedoch auch voneinander abweichen.

  • Angeborene Bedingungen, bei denen die Entwicklung des chromosomalen, gonadalenoder anatomischen Geschlechts atypisch sind. Einige Menschen sind ganz entschieden gegen die Etikettierung als »Störung« und sehen diese Bedingungen als Ausdruck von Vielfalt (Diamond, 2009), sie bevorzugen die Begriffe Intersex und Intersexualität.

  • Adjektiv, um eine Gruppe unterschiedlicher Menschen zu beschreiben,die die kulturell-definierten Geschlechtskategorien überschreitenoder darüber hinausgehen. Die Geschlechtsidentität von transgender Menschenunterscheidet sich in unterschiedlichem Maße von dem Geschlecht, das beiGeburt zugewiesen wurde (Bockting, 1999).

  • Der Zeitraum, in dem die einzelne Person von der zugewiesenen Geschlechtsrollein eine andere Geschlechtsrolle wechselt. Für viele bedeutet es, zu lernen, wie sie gesellschaftlich in einer anderen Geschlechtsrolle leben. Fürandere bedeutet es, eine Geschlechtsrolle und einen Ausdruck ihrer Geschlechtlichkeitzu finden, in der/dem sie sich wohl fühlen können. Der Übergang kann,muss aber nicht eine Feminisierung oder Maskulinisierung des Körpers durchendokrinologische und/oder chirurgische Behandlungsmaßnahmen beinhalten.Die Art und Weise sowie die Dauer der Transition ist unterschiedlich undhängt von der jeweiligen Person ab.

  • Unbehagen mit dem eigenen Erleben, transgenderzu sein aufgrund der Verinnerlichung gesellschaftlich-normativer Erwartungenan Geschlecht.

  • Adjektiv (wird häufig vom Gesundheitspersonal verwendet), um Menschen zu beschreiben, die vorhaben, ihre primären und/oder sekundärenGeschlechtsmerkmale mit Behandlungsmaßnahmen zur Feminisierung oder Maskulinisierung (Hormone und/oder Operationen) zu verändern oder die das schon getan haben. In der Regel verbunden mit einem permanenten Wechsel der Geschlechtsrolle.

Die Glossarbegriffe entstammen verschiedenen Publikationen:

Nieder, T. O., Briken, P. & Richter-Appelt, H. (2014). Transgender, Transsexualität und Geschlechtsdysphorie: Aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie [Transgender, transsexualism and gender dysphoria: current developments in diagnostics and health care]. Psychotherapie, Psychosomatik, medizinische Psychologie, 64(6), 232–245. https://doi.org/10.1055/s-0033-1336970

.

Richter-Appelt, H., Nieder, T. O. & Briken, P. (2014). Transgender-Gesundheitsversorgung: Eine kommentierte Herausgabe der Standards of care der World Professional Association for Transgender Health. Beiträge zur Sexualforschung: Bd. 98. Psychosozial-Verl.

Unser Team

Das Team der UKE Transgender Centrums besteht aus Expert:innen verschiedener Disziplinen. Teil des Teams sind Fachärzt:innen unterschiedlicher Disziplinen, spezialisierte Pflegekräfte sowie Psycholog:innen und Psychologische Psychotherapeut:innen und qualifizierte Sexualtherapeut:innen.

Im Einzelnen gehören zum Team erfahrene Fachkräfte aus den Bereichen:

  • Allgemeinmedizin, Endokrinologie, Osteologie,
  • Urologie, Gynäkologie, Plastische Chirurgie, Phoniatrie,
  • Psychotherapie, Psychosomatik und Psychiatrie (sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche)
  • Sexualtherapie und Sexualmedizin
  • Pflege und Physiotherapie, insbes. zur Nachsorge bei geschlechtsangleichenden Operationen

Begriff: Trans


Jedem Menschen wird bei Geburt anhand sichtbarer Geschlechtsmerkmale ein Geschlecht zugewiesen. Viele trans Menschen erleben ihr Geschlecht jedoch nicht (vollständig) übereinstimmend mit dem zugewiesenen Geschlecht. In der Medizin wird hierfür aktuell der Begriff „Geschlechtsinkongruenz“ verwendet, an anderer Stelle auch der Begriff „Geschlechtsdysphorie“.

In der Community und darüber hinaus hat sich der Begriff „Trans“ durchgesetzt, der u. a. geschlechtliche Vielfalt anerkennen soll. Es gibt viele Geschlechtsidentitäten, z. B. transgender, non-binär, agender, genderqueer oder gender-divers. Genauso sind die Bedarfe und Anliegen der Behandlungssuchenden vielseitig. Nicht zwingend will eine trans Person eine Hormontherapie, chirurgische Eingriffe oder andere geschlechtsangleichende Behandlungen in Anspruch nehmen.

Der Begriff Geschlecht ist in der deutschen Sprache uneindeutig. Zum Geschlecht einer Person gehören nicht nur ihre körperlichen Geschlechtsmerkmale, sondern auch die Geschlechtsidentität bzw. das Geschlechtserleben. In der englischen Sprache gibt es das Sex (englisch: körperliche Geschlechtsmerkmale) und Gender (englisch: u. a. Geschlechtsidentität, Geschlechtsrolle). Beide Bereiche müssen nicht miteinander übereinstimmen.

Es ist möglich, die äußere Erscheinung dem inneren Empfinden anzupassen. So kann sich eine trans Frau dazu entscheiden, dass sie sich eine Vagina formen und mit Penisschafthaut auskleiden lässt. Zudem wird aus der Eichel die Klitoris. Die Haut des Hodensacks operieren Chirurg:innen zu Geschlechtslippen. Wiederum können sich trans Männer ihre Geschlechtslippen zum Hodensack formen lassen. Auch ist ein Penoidaufbau möglich. Dazu nehmen Operateure meist die Haut vom Unterarm.

Eine Transition beginnt bei der Person selbst und bleibt meist eine lebenslange Aufgabe. Dafür gibt es keine Vorgaben. Dabei sind geschlechtsangleichende Behandlungen nicht immer der Endpunkt einer Transition. Einzelne Schritte sind eine persönliche Entscheidung.