Auswahlverfahren für Studienbewerber:innen

Das Interesse an Studienplätzen im UKE ist weit größer als das Angebot: Pro Jahr bewerben sich viele Tausend Abiturient:innen auf die ca. 400 Studienplätze Medizin, Zahnmedizin und Hebammenwissenschaft.

Wir haben am UKE unterschiedliche Tests entwickelt, die auch Bewerber:innen ohne sehr gute Abiturnoten den Zugang zum Medizinstudium ermöglichen. Als erstes weiteres Auswahlkriterium zusätzlich zur Abiturnote wurde der HAM-Nat eingeführt, ein multiple-choice-Test zu naturwissenschaftlichen Themen, die schon in der gymnasialen Oberstufe behandelt werden. Motivierte Bewerber:innen können sich anhand eines Themenkatalogs auf den Test vorbereiten und somit zugleich das Basiswissen schaffen, auf dem die naturwissenschaftlich geprägten ersten Studiensemester aufbauen. Durch die Vorbereitung auf den HAM-Nat erhöhen Bewerber:innen ihre Chancen auf eine Zulassung zum Studium und auf das erfolgreiche Absolvieren der ersten Studiensemester. Studierende mit guten HAM-Nat Ergebnissen brechen seltener das Studium ab und haben einen höheren kognitiven Studienerfolg.

Neben fundierten Kenntnissen in den Naturwissenschaften benötigt jede/r Ärztin/Arzt gute psychosoziale Kompetenzen. Dies berücksichtigen wir in unseren Auswahlverfahren mit von uns entwickelten Situational Judgement Test HAM-SJT. Hierbei wird eine Situation mit einem offenen Ende dargestellt, anschließend müssen Handlungsoptionen bewertet werden. Daneben setzen wir Multiple Mini-Interviews mit mehreren kurzen Interviewstationen ein, in denen die Bewerber:innen in wenigen Minuten eine konkrete Aufgabe bewältigen, indem sie z.B. mit einem geschulten Schauspieler interagieren. Jede/r Bewerber:in durchläuft einen Parcours mit mehreren solcher Aufgaben. An jeder Station sitzen unterschiedliche Juror:innen, so dass jede/r Bewerber:in eine Vielzahl unabhängiger Bewertungen erhält, die uns ein umfassenders und zuverlässigeres Bild unserer Kandidat:innen ermöglichen.Sowohl der HAM-SJT als auch die Multiplen Mini-Interviews sagen Studienleistungen im kommunikativen/sozialen Bereich voraus.

Für den Studiengang Zahnmedizin haben wir zudem einen Test zum räumlichen Vorstellungsvermögen (HAM-MRT) und einen Test für manuelle Fertigkeiten, den Drahtbiegetest HAM-Man entwickelt, der die Leistungen in den praktischen zahmedizinischen Kursen vorhersagt.

Weitere Informationen zu den Auswahltests finden Sie auf den Internetseiten für Studienbewerber:innen

2017 hat das Bundesverfassungsgericht die Gesetze zur Studierendenauswahl als teilweise verfassungswidrig erklärt. Daraufhin haben die Bundesländer neue Regeln geschaffen, die seit 2020 gelten. Parallel zu diesem Prozess haben wir zusammen mit vielen Partnern den Studierendenauswahlverbund stav gegründet, der seit 2018 vom BMBF gefördert wird, um neue Auswahltests zu entwickeln.

Kooperationen

Nationale Kooperationen

  • Martina Kadmon, Uni Augsburg
  • Tim Wittenberg, Uni Heidelberg
  • Nicolas Becker, Uni Saarbrücken
  • Ulrich Schröders, Uni Kassel
  • Iliver Wilhelm, Uni Ulm
  • Georg Reiser, Uni Magdeburg
  • Susanne Sehner und Karl Wegscheider, UKE Biometrie

Internationale Kooperationen

  • Karen Stegers-Jager, Erasmusuniversität Rotterdam, NL
  • Fiona Patterson, Cambridge, UK
  • Kelly Dore, McMaster Hamilton, Kanada

Publikationen

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