01.12.2008        AKTUELLES

Neue Jugend-Suchtstation nimmt den Betrieb auf

Am 1. Dezember 2008 nimmt im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) die neue Jugend-Suchtstation an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters den Betrieb auf. Ärztlicher Leiter ist Prof. Dr. Rainer Thomasius. Insgesamt werden 12 Betten für die stationäre Behandlung für Kindern und Jugendlichen vorgehalten, die aufgrund von Suchtmittelmissbrauch unter psychischen Problemen leiden. Die neue Jugend-Suchtstation ergänzt das Angebot am UKE um einen wichtigen Baustein: Bisher wurden die jungen Patienten - etwa 700 Behandlungsfälle pro Jahr - ausschließlich ambulant in der 1999 eingerichteten Drogenambulanz für Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien behandelt. "Wir stellen uns mit dem neuen stationären Angebot den gesellschaftlichen Entwicklungen und schließen eine Versorgungslücke", so Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE. "Wir können die Bedingungen, unter denen Kinder und Jugendliche süchtig werden, nicht ändern, wohl aber Angebote schaffen, die Entwicklungen zu korrigieren".

Die Behandlung der Kinder und Jugendlichen auf der neuen Jugend-Suchtstation gliedert sich in fünf Phasen. Für die Behandlung in Phase I (Entgiftung) und Phase II (Motivationsförderung) werden die jungen Patienten auf einer geschlossenen Station mit 4 Betten aufgenommen. Diese so genannte Entzugsbehandlung dauert 2 bis 4 Wochen. Im unmittelbaren Anschluss kann eine kinder- und jugendpsychiatrische Weiterbehandlung der Patienten auf der offenen Jugend-Suchtstation mit 8 Betten erfolgen (Phase III: Begleitung, Phase IV: Stabilisierung und Phase V: Verselbstständigung). In der Behandlung sollen die persönlichen, familiären und sozialen Hintergründe der Suchtproblematik sowie andere psychische Probleme aufgedeckt und einer kinder- und jugendpsychiatrischen und psychotherapeutischen Bearbeitung zugänglich gemacht werden. Die Dauer der stationären Anschlussbehandlung beträgt je nach individuellen Erfordernissen zwischen 8 und 12 Wochen oder mehr.

Das Behandlungsteam der Jugend-Suchtstation setzt sich aus Ärzten, Psychologen, Pädagogen und Krankenpflegepersonal sowie Körper-, Musik- und Ergotherapeuten und Lehrern zusammen. Auf der Jugend-Suchtstation werden verschiedene ergänzende Therapieverfahren bereitgehalten (Ergotherapie, kreatives Gestalten, Musiktherapie, Motopädie, Entspannungsverfahren, Akupunktur, Sporttherapie, Physiotherapie u.a.). Im Rahmen des Klinikschulunterrichts werden die Patienten wieder an die Schule herangeführt und eine Berufsplanung in die Wege geleitet. Im Anschluss an die Behandlung auf der neuen Jugend-Suchtstation ist eine weiterführende ambulante Betreuung in der UKE-Drogenambulanz möglich. In anderen Fällen können bei Bedarf Anschlussmaßnahmen im Rahmen der medizinischen Rehabilitation und Sucht-/Jugendhilfe sowie Überweisungen an niedergelassene Therapeuten und Ärzte initiiert werden.


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